Da ein Flüchtling innerhalb der europäischen Union nur in einem EU-Mitgliedstaat ein Asylverfahren durchlaufen soll, haben die Staaten der EU in der Dublin-III-Verordnung festgelegt, welcher Staat für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist. Dieses System funktioniert spätestens seit 2015, seit die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern sehr stark angestiegen ist, nicht mehr wie vorgesehen; es ist aber bislang unverändert in Kraft und die Anwendung dieser Regelungen ist weiterhin möglich. Ist Deutschland nach der Dublin-III-Verordnung nicht zuständig, lehnt das Bundesamt den Asylantrag als unzulässig ab.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn

  • jemand bereits in einem anderen EU-Mitgliedstaat einen Asylantrag gestellt hat,
  • ein anderer EU-Mitgliedstaat einen Aufenthaltstitel oder ein Visum ausgestellt hat,
  • in einen anderen EU-Mitgliedstaat visumfrei eingereist werden konnte, außer wenn jemand auch nach Deutschland visumfrei einreisen konnte,
  • jemand sich in anderen EU-Mitgliedstaaten als „Illegaler“ aufgehalten hat und dies nachweisbar ist, es seid denn, dass sich der Flüchtling schon nachweisbar seit fünf Monaten in Deutschland aufhält,
  • sich Familienangehörige (insbesondere Eltern) oder Geschwister eines unbegleiteten Minderjährigen rechtmäßig in einem anderen EU-Mitgliedstaat aufhalten und es dem Wohl des Minderjährigen dient,
  • sich ein Verwandter (Tante, Onkel, Großeltern) eines unbegleiteten Minderjährigen rechtmäßig in einem anderen EU-Mitgliedstaat aufhalten und festgestellt wurde, dass der Verwandte für den Minderjährigen sorgen kann und es dem Wohl des Minderjährigen dient,
  • ein Familienangehöriger (Ehegatten, Kinder) sich in einem anderen EU Mitgliedstaat rechtmäßig als international Schutzberechtigte aufhält und der Flüchtling schriftlich wünscht, dass dieser EU-Mitgliedstaat für sein Asylverfahren zuständig sein soll,
  • ein Familienangehöriger (Ehegatten, Kinder, Eltern) in einem anderen EU Mitgliedstaat die Anerkennung als international Schutzberechtigte beantragt hat, darüber noch nicht entschieden wurde und der Flüchtling schriftlich wünscht, dass dieser EU-Mitgliedstaat für sein Asylverfahren zuständig sein soll.